Pain Reprocessing Therapy (PRT) · Lexikon · Altmann Institut
Schmerzverständnis · Lexikon

Pain Reprocessing Therapy

PRT
Claus Altmann · Physiotherapeut & Schmerztherapeut · Altmann Institut Emmendingen
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Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Diagnose. Physiotherapie findet immer auf Basis einer ärztlichen Verordnung statt und ist Teil eines ärztlich begleiteten Behandlungsprozesses. Bei anhaltenden Beschwerden wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt deines Vertrauens.

Was ist Pain Reprocessing Therapy?

Pain Reprocessing Therapy — kurz PRT — ist ein psychologisch fundierter Therapieansatz zur Behandlung chronischer Schmerzen. Er wurde von Alan Gordon, einem Psychotherapeuten aus Los Angeles, entwickelt und geht davon aus, dass ein Großteil chronischer Schmerzen nicht durch anhaltende Gewebeschäden verursacht wird, sondern durch ein Nervensystem, das gelernt hat, Schmerz zu erzeugen — auch dann, wenn kein akuter körperlicher Schaden mehr vorliegt.

Der Kern von PRT: Schmerz entsteht im Gehirn als Schutzreaktion auf wahrgenommene Bedrohung. Wenn das Gehirn eine Situation als gefährlich bewertet — auch ohne dass tatsächlich Gewebe geschädigt ist — produziert es Schmerz. PRT zielt darauf ab, diese Bedrohungsbewertung zu verändern: durch gezielte Techniken, die das Nervensystem aus dem Alarmzustand herausführen, und durch ein neues Verständnis dessen, was Schmerz wirklich bedeutet.

Die wissenschaftliche Basis dafür ist solide. Yoni Ashar und Kollegen haben 2022 in einer randomisiert-kontrollierten Studie in JAMA Psychiatry gezeigt:

66%
der PRT-Teilnehmer schmerzfrei oder nahezu schmerzfrei nach 4 Wochen
20%
Placebo-Gruppe
10%
übliche Behandlung

Quelle: Ashar et al. (2022), JAMA Psychiatry. Effekt nach einem Jahr stabil.

PRT steht damit in einer Reihe mit dem, was die Schmerzforschung seit zwei Jahrzehnten zunehmend beschreibt: Chronischer Schmerz ist in vielen Fällen ein Phänomen des Nervensystems — nicht des Gewebes. Lorimer Moseley, Clifford Woolf, Jürgen Sandkühler — sie alle beschreiben dasselbe aus unterschiedlichen Richtungen. PRT ist ein therapeutischer Ansatz, der auf diesen Erkenntnissen aufbaut.

Für wen PRT geeignet ist

PRT wird von ausgebildeten PRT-Therapeuten angeboten — in der Regel Psychotherapeuten oder Coaches mit entsprechender Zusatzausbildung. Die Methode umfasst unter anderem Somatic Tracking (eine angeleitete Form achtsamer Körperwahrnehmung), Psychoedukation über Schmerzmechanismen und gezielte Techniken zur Veränderung der Bedrohungsbewertung.

PRT ist besonders für Menschen geeignet, bei denen die Bildgebung keine hinreichende Erklärung für den Schmerz liefert — oder bei denen der Schmerz trotz abgeheilter Verletzung fortbesteht. Die diagnostische Einordnung, ob ein primär neuroplastischer Schmerzanteil vorliegt, ist ärztliche Aufgabe.

Wie ich zu PRT stehe

Zur Einordnung

PRT ist nicht Teil meiner Arbeit — ich biete es nicht an, ich bin kein PRT-Therapeut.

Was ich tue: Biokinematik nach Walter Packi, energetische Heilarbeit nach INEH und Achtsamkeit. Drei Zugänge, die sich im Menschen treffen — und die in vielen Kernpunkten mit dem konvergieren, was PRT beschreibt. Schmerz als Nervensystem-Phänomen, nicht als reines Gewebeproblem. Die Bedeutung von Sicherheit und Bedrohungsbewertung. Die Lernfähigkeit des Nervensystems.

Ich finde PRT wichtig — als Forschungsfeld, als Sprache, als Bestätigung einer Richtung, die ich seit 30 Jahren in der Praxis erlebe. Wenn du auf der Suche nach einem PRT-Therapeuten bist, empfehle ich dir, gezielt danach zu suchen. Was ich dir anbieten kann, kommt aus einem anderen, größeren Rahmen — in dem diese Erkenntnisse ihren Platz haben, aber nicht alles erklären.

Studienbezug

Ashar, Y. K., Gordon, A., Schubiner, H. et al. (2022) Effect of Pain Reprocessing Therapy vs Placebo and Usual Care for Patients With Chronic Back Pain: A Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry, 79(1), 13–23.
Moseley, G. L. & Butler, D. S. (2015) Fifteen Years of Explaining Pain: The Past, Present, and Future. The Journal of Pain, 16(9), 807–813.
Woolf, C. J. (2011) Central sensitization: Implications for the diagnosis and treatment of pain. Pain, 152(3 Suppl), S2–S15.
Nijs, J., George, S. Z., Clauw, D. J. et al. (2021) Central sensitisation in chronic pain conditions: latest discoveries and their potential for precision medicine. Lancet Rheumatology, 3(5), e383–e392.

Was Schmerz im Nervensystem bedeutet — und was das für dein Leben konkret verändert — ist ein zentrales Thema in der BASIS-Community des Altmann Instituts.

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